Eine kostenlose Sicherheitsebene für allein lebende Senioren

Stürze passieren trotzdem. Für allein lebende Senioren ist die Gefahr, dass es lange niemand merkt. CareTrigger ist eine kostenlose App, die die Familie warnt — ohne Wearable.

CareTrigger Editorial Team··6 min read

In diesem Artikel geht es nicht um Sturzprävention — auch wenn wir ihn während der Falls Prevention Awareness Week veröffentlichen, der US-amerikanischen Aktionswoche zur Sturzprävention.

Es geht darum, was passiert, wenn die Prävention versagt und es doch zu einem Sturz kommt — und darum, wie eine zusätzliche kostenlose App allein lebenden Senioren mehr Sicherheit geben kann, und ebenso den pflegenden Angehörigen, die sich um sie sorgen.

Sturzprävention ist ein bekanntes und wichtiges Thema, und wir sollten weiter darin schulen und darüber aufklären. Aber Prävention allein reicht nicht. Stürze passieren trotzdem, und wir müssen darauf vorbereitet sein, wenn es so weit ist.

Stürze passieren trotzdem — und die lange Liegezeit richtet den Schaden an

Über 14 Millionen Erwachsene ab 65 Jahren in den USA stürzen nach eigenen Angaben jedes Jahr, so die CDC. In Kanada berichtet etwa jede fünfte ältere Person jedes Jahr von einem Sturz — mehr als 1,5 Millionen Menschen.

1 von 5 Stürzen endet in einer „langen Liegezeit" (Long Lie) (Sheffield/NIHR): Man liegt eine Stunde oder länger hilflos am Boden.

Wir alle haben schon von Menschen gehört, die Verletzungen davontrugen — oder Schlimmeres —, nachdem sie viele Stunden oder sogar Tage am Boden gelegen hatten. In solchen Fällen richtet oft die lange Liegezeit den größten Schaden an, nicht der Sturz selbst.

Noch wichtiger für allein lebende Senioren

Mehr als jede vierte Person ab 65 Jahren in den USA lebt allein — rund 16 Millionen Menschen. In Kanada lebt jede fünfte Person im Alter von 65 bis 69 Jahren allein, und bei den Menschen ab 85 Jahren sind es mehr als zwei von fünf.

Wenn man hilflos am Boden liegt und niemand in der Nähe ist, lautet die Frage: Wie schnell bemerkt es jemand, und wie schnell kann Hilfe da sein?

Die Forschung ist hier eindeutig: Zeit rettet Leben. In einer Studie über ältere Menschen, die hilflos zu Hause aufgefunden wurden (Gurley et al., NEJM), lag die Sterberate bei langen Liegezeiten von 72+ Stunden bei 67 %, verglichen mit 12 % bei unter 1 Stunde. Die lange Liegezeit erhöht die Sterberate um das 5-Fache! Ähnliche Zahlen gelten für die Chance, nach einem Sturz wieder zur normalen Selbstständigkeit zurückzufinden.

Wie soll es also jemand erfahren?

Traditionell lautete die Antwort: tragbare Geräte — SOS-Armbänder und -Anhänger — oder spezielle Sensoren und Kameras, mit all den Kosten, der Komplexität und den Datenschutzbedenken, die damit einhergehen.

Die invasivsten Optionen, Sensoren und Kameras, kommen typischerweise bei Menschen zum Einsatz, deren Selbstständigkeit bereits eingeschränkt ist und die engmaschig betreut werden. Breit genutzt werden sie nicht.

Die gängigere Option ist ein SOS-Knopf, ein Armband oder ein Anhänger. Das ist ein milliardenschwerer Markt mit Millionen verkaufter Geräte. Warum sehen wir dann immer noch so viele Verletzungen durch lange Liegezeiten?

Die drei Grenzen von Wearables

  1. Kosten. Diese Geräte sind nicht billig. Es gibt Einrichtungskosten und ein laufendes Abo, was sofort begrenzt, wie viele Menschen eines bekommen. Manche Familien können sie sich nicht leisten, andere überlegen es sich zweimal, bevor sie eines kaufen.
  2. Technik. Am Ende muss der Knopf gedrückt werden — oder bei manchen Modellen muss das Gerät einen heftigen Sturz wahrnehmen. Ist die Person, die es trägt, bewusstlos, geht keine Warnung raus. Liegt der Knopf beim Sturz auf dem Nachttisch, geht keine Warnung raus. Ist der Notfall gar kein Sturz (etwa, wenn jemand einfach nicht aufwacht), geht keine Warnung raus.
  3. Ablehnung. Spezielle Wearables werden oft genau von den Menschen abgelehnt, für die sie gedacht sind — offen („Ich bin doch nicht so alt, so was brauche ich nicht") oder stillschweigend (nach ein paar Monaten bleibt der Knopf auf dem Nachttisch liegen). Ein Wearable, das nicht getragen wird, kann nicht helfen.

Ein neuer Ansatz: das Handy, das sie ohnehin nutzen

Heute besitzen 78 % der Menschen ab 65 Jahren in den USA ein Smartphone (Pew Research Center, 2025), und dieser Anteil wächst weiter. Das macht einen neuen Ansatz möglich.

Eine Sicherheitsebene, die kostenlos ist, bei der es nichts zu tragen gibt (und nichts, was man zu tragen vergessen könnte), die auch dann funktioniert, wenn der Notfall kein Sturz ist — und die ihre Privatsphäre respektiert.

Sie heißt CareTrigger.

So funktioniert CareTrigger

CareTrigger ist eine kostenlose Handy-App. Es gibt kein spezielles Gerät und nichts zu tragen — nur das Handy, das sie ohnehin nutzen. Die App kommt auf ihr Handy und auf deins.

Du musst auch nichts tun und keine Knöpfe drücken. Einmal installiert, lernt CareTrigger, wann die Person ihr Handy normalerweise nutzt. Wird ihr Handy plötzlich ungewöhnlich lange still, bekommt die Familie eine Warnung.

„Ungewöhnlich" ist individuell: Jeder Mensch nutzt sein Handy anders, und CareTrigger passt sich an jede Person an, um Fehlalarme gering zu halten. Warnungen kommen nicht sofort — sie kommen Stunden, nicht Tage, nachdem die Aktivität aufgehört hat, und zwar ganz bewusst. Das ist weit besser als gar keine Warnung.

Dazu kommt die alltägliche Beruhigung, die App zu öffnen und zu sehen, dass Mama heute Morgen schon aktiv ist.

Es ist eine kostenlose Sicherheitsebene, die sich jeder holen kann.

Was CareTrigger abdeckt und Wearables nicht

  • Das Gerät beim Sturz nicht getragen? Ein Wearable sendet keine Warnung. CareTrigger schon.
  • Das Gerät getragen, aber den Knopf nicht drücken können? Genau dasselbe.
  • Hilflosigkeit ohne Sturz — gar nicht erst aufwachen, im Sessel zusammenbrechen, das Handy nicht erreichen können. Ein Anhänger, der nicht gedrückt wird, bleibt stumm; ein Handy, das still wird, ist genau das, was CareTrigger bemerkt.

Ersetzt das Wearables?

Nein. Es ist eine weitere Sicherheitsebene.

Wenn Wearables akzeptiert werden, nutze sie UND CareTrigger — beides zusammen. CareTrigger ist eine Absicherung für den Fall, dass das Wearable versagt (und es ist kostenlos, also warum nicht?)

Und wenn ein Wearable abgelehnt wird oder zu teuer ist, hol wenigstens CareTrigger. Eine kostenlose Sicherheitsebene ist viel besser als nichts.

Teile es mit jemandem, der es braucht

Die meisten von uns kümmern sich entweder um jemanden, der allein lebt, oder kennen jemanden, der das tut. CareTrigger ist kostenlos im App Store und bei Google Play erhältlich, überall auf der Welt. Lade es herunter — oder teile diesen Beitrag mit jemandem, der ihn braucht.

Häufige Fragen

Ist CareTrigger wirklich kostenlos?

Ja. CareTrigger ist eine kostenlose Handy-App für iPhone und Android. Es gibt kein spezielles Gerät zu kaufen, nichts zu tragen und kein Abo — sie läuft auf dem Handy, das dein Angehöriger ohnehin schon nutzt.

Ersetzt CareTrigger einen Notruf-Anhänger?

Nein. Es ist eine weitere Sicherheitsebene. Wenn ein Anhänger akzeptiert wird, nutze beides: Ein Knopf, der getragen und sofort gedrückt wird, bringt innerhalb von Minuten Hilfe, und CareTrigger ist die Absicherung, wenn das nicht klappt. Wenn ein Anhänger abgelehnt wird oder zu teuer ist, ist CareTrigger eine kostenlose Sicherheitsebene — viel besser als nichts.

Wie schnell warnt CareTrigger die Familie?

Nach Stunden, nicht nach Tagen — ganz bewusst. CareTrigger lernt die normale Handynutzung jeder Person und warnt die Familie nur, wenn ihr Handy für ihre Verhältnisse ungewöhnlich lange still geblieben ist, was Fehlalarme gering hält. Die Warnung kommt nicht sofort.

Erkennt CareTrigger Stürze?

Nein. CareTrigger verhindert keine Stürze und erkennt sie auch nicht. Es bemerkt, wenn ein Handy ungewöhnlich lange still bleibt — und genau deshalb deckt es auch Notfälle ab, die keine Stürze sind, etwa wenn jemand gar nicht erst aufwacht. Es ist kein Medizinprodukt und kein Notrufdienst, und Warnungen gehen nur an die Familienmitglieder, die du auswählst.

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